„Droadbodn“: Neue Geschichten und Gedichte von Wolfgang F. Hofer


10. September 2017 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Freizeit,Kultur,Vermischtes



Isen/Niedergeislbach, 10. September 2017 – Den ganzen Sommer über ist Wolfgang F. Hofer mit seiner Frau und Lektorin Susanne an der Korrektur seines neuen Buches gesessen. Jetzt ist „Droadbodn – Geschichten und Gedichte“ endlich fertig und der Autor freut sich, das Buch nun vorzustellen. Insgesamt kehrt er darin zu seinen bayerischen Wurzeln zurück.
„Seit vielen Jahren hegte ich den Wunsch wieder mehr bayerische Texte zu verfassen. Was schon in der Schulzeit mit der Mundartgeschichte „S offane Fensta“ im Stil von Karl Valentin begann, die ich leicht überarbeitet in das Buch aufgenommen habe, wird nun mit vielen neuen Texten endlich fortgeführt. Dazwischen liegen mehr als 20 Jahre, in denen ich literarisch so einiges erlebt und probiert habe.“
Und da hat der regionale Autor aus Niedergeislbach nicht unrecht. Von der Schülerzeitung über den Literatentreff Erding bis hin zu fast 15 Jahren gemeinsamen Veranstaltungen mit seinem Lesepartner Siegfried Unterhuber. Der Schriftsteller hat eine ziemliche Reise unternommen und zwischenzeitlich sechs Bücher herausgebracht, bei einigen weiteren war er an der Konzeption und auch an Texten beteiligt. Allesamt sind sie in seinem eigenen Verlag „HIRN KASTL & HERZ“ erschienen.
„Irgendwann ist es einfach richtig Bairisch aus mir herausgeplatzt. Ich war auf dem alten Getreidespeicher meiner Oma, in dem sogar meine Ur-Urgroßeltern in der Zeit um den 2. Weltkrieg ausquartiert wurden, weil die Amerikaner das Wirts- und Wohnhaus beschlagnahmten. Die Gerüche in diesem Gebäude waren absolut wahrnehmbar, obwohl schon viele Jahre kein Getreide mehr dort gelagert wird. Aber die alte Bruchmühle stand noch da und die Düfte und Eindrücke waren so stark, dass ich sofort nach Hause gerannt bin und mit dem Schreiben begonnen habe. In einem Monat habe ich das Gro des Buches geschrieben, danach kam wie immer der literarische Feinschliff, der bei mir immer um die zwei Jahre dauert“.
Anders als sein Vorgänger „Das Geheimnis von Vielherzbach“, der in 26 Geschichten vieles über alte Feiertage erzählt, halten nun die Themen Wurzeln, Erinnerungen und Wetterlagen das 196 Seiten starke Buch thematisch zusammen. In vier Jahreszeiten begibt man sich mit dem Autor auf einen Streifzug durch das Landleben. In persönlichen Geschichten über seine Vergangenheit, die aber immer den Sprung in die Gegenwart schaffen, erzählt Wolfgang F. Hofer kleine Episoden einer Zeit, die unwiederbringlich ist. Von alten Waschriten und der Milchkammer ist da zu lesen, aber auch von der Wirtschaft seiner Großeltern und von alten, verlassenen Höfen erzählt der Dichter. In seiner Lyrik erwähnt er nicht nur alte Telefonhäuschen, sondern berichtet auch von entbehrungsreichen Zeiten nach dem 2. Weltkrieg. Auch gibt sich der naturverbundene Autor als Mahner für einen bewussteren Umgang mit der Natur.
„Wenn mich was aufregt, muss ich das einfach aufschreiben. Es kann doch nicht sein, dass die Landwirte, weil sie es vielleicht auch nicht besser wissen, mit ihren Spritzmitteln dafür sorgen, dass nicht nur die Wasserqualität immer schlechter wird, sondern auch noch die Bienen an den Giften sterben!“
Dem Autor geht es sicherlich nicht nur um pure Unterhaltung und trotzdem finden die Leser eben seine beiden Seiten im Buch, den des Revoluzzers, der sich auch beruflich für Menschen engagiert, und den des Beobachters und Bewahrers, der schon mal in der Vergangenheit schwelgen kann und über alte Kaugummiautomaten oder den Frühschoppen beim Bräu schreibt. Viele unnachahmlichen „Typen“ stecken in dem Buch, der Wastl, der den Kühen die Zehennägel schneidet, die ratschenden Milchbauern, die Dorfhausierer und der Bierfahrer. Auch die Lachmuskeln kommen mit Gedichten über eine fulminante Brotzeit, störende Wespen und fehlgeleitete Ameisenkolonien auf ihre Kosten.
Neben persönlichen Anekdoten und Erlebnissen, gibt es auch einige Liebesgedichte, die der frisch verheiratete Ehemann für seine Frau geschrieben hat. Diese hat nicht nur sein Buch lektoriert, sondern auch überdies für viele gute Ideen gesorgt. Von den über 80 im Buch abgebildeten Fotos hat auch sie einige beigesteuert.
„Für mich ist mein neues Buch wie die Essenz aus meinem bisherigen Leben, oft sehr persönlich, betrachtend und rückblickend. Ich glaube aber schon, dass man meine Entwicklung darin sehr gut erkennen kann und wer sich die Verse gut durchliest, wird auch sehen, mit wieviel Liebe ich da vorgegangen bin, um eine Botschaft auszusenden. Und das ging mir in diesem Fall einfach am besten auf Bairisch von der Hand“.
Das komplett in Mundart verfasste Werk ist ab sofort in der Dorfener Buchhandlung, im Bucherding, in der Bücherstube Wartenberg, bei Foto Böld Isen und im Pustet Freising erhältlich. Außerdem natürlich wie immer beim Autor selbst oder über seiner Homepage www.wolfgang-hofer.de, auf welcher man auch einen kleinen Vorgeschmack auf sein Buch bekommt. Hierfür hat er zusätzliche Texte bereitgestellt. Die dazugehörige Lesetour bestreitet er wieder mit Siegfried Unterhuber. Sie führt ihn am 14.10. ins Literaturcafé im Röcklturm nach Landshut, am 05.11. nach Niedergeislbach in die alte Wirtschaft seiner Großeltern, wo wieder die All:Stars (www.allstars-music.de) aus Reichenkirchen spielen werden. Am 10.12. findet eine Weihnachtslesung im Gasthaus Gipp in Burgrain statt.

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