Beim „Downdala“-Event am 1. März im Pfarrheim Grüntegernbach werden außergewöhnliche Bilder präsentiert

Grüntegernbach, 26. Februar 2026 – Eine Vernissage und ein Event der außergewöhnlichen Art lockt am Sonntag, 1. März, ab 12.30 Uhr ins Pfarrheim Grüntegernbach. „Meine Tante Resi hat wunderschöne Mandalas gemalt. Ich möchte, dass möglichst viele Menschen sie sehen und daran Freude haben“, erzählt Carolin Blasi.

Schon der Name der Exposition lässt erahnen, dass es hier um individuelle Kunst geht. Der Titel „Downdala“ – ein Wortspiel aus „Down-Syndrom“ und „Mandala“ – bringt die Besonderheiten auf den Punkt. Denn mit diesem Syndrom, auch bekannt als Trisomie 21, wurde Theresia Blasi geboren. „Sie hat in einigen Bereichen starke Einschränkungen, aber sie hat gerne und viel gemalt“, erzählt ihre Nichte. Im Laufe der Jahre sind über 40 Mandalas entstanden, jedes ist ein Unikat. „Meist werden bei einem Mandala gleiche Flächen mit derselben Farbe ausgemalt, was dann ein eher symmetrisches Bild ergibt. Zwar bunt, aber irgendwie doch immer gleich. Resi hat die Farben mitten im Feld gewechselt, sodass sie innerhalb einer Fläche ineinanderfließen. Das macht die Bilder so einmalig. Es zeigt, dass etwas Einzigartiges entsteht, wenn scheinbare Regeln nicht befolgt werden“.

Schon allein ihrer Tante beim Malen zuzuschauen, sei für sie entschleunigend gewesen, erzählt die Nichte. „Resi ist ein Genussmensch und lässt sich für alles viel Zeit. Es hat oft Tage gedauert, bis ein Bild fertig war. Wenn ich eines von ihr gelernt habe, dann war es Geduld“. Die Mandalas haben die 32-jährige seit frühester Kindheit begleitet. Denn die Mutter von Resi, also Carolins Großmutter, hat sie in einer Folienmappe gesammelt und gern gezeigt. „Sie war stolz, dass ihre Tochter so schön malen konnte“, erzählt die junge Frau, „denn als Resi 1966 in Grüntegernbach auf die Welt kam, war es ein gesellschaftlicher Makel, ein behindertes Kind zu haben. Meine Oma hat viel Diskriminierung erlebt“, erzählt Carolin. Schon allein deshalb hat dieser besondere Mensch innerhalb der Familie viel Liebe erfahren. Für die Nichte war es mit ein Grund, sich beruflich und privat sozial zu engagieren. Die gelernte Erzieherin hat einen Masterabschluss in einem pädagogischen Fach und arbeitet als Referentin für den SOS-Kinderdorf-Verein.

Bei der Ausstellung im Pfarrheim werden nicht nur die Bilder gezeigt, sondern die gebürtige Grüntegernbacherin plant dazu ein Event. Auf Tafeln soll zu Formen der Behinderung informiert werden. „Die Besucher können bei Kaffee und Kuchen miteinander ins Gespräch kommen. So kann ein stückweit für Inklusion sensibilisiert werden“ erklärt Carolin. Beim Rahmenprogramm können Kinder auch selbst Mandalas malen und es soll ein riesiges Bild entstehen, das später ausgestellt werden kann. „Außerdem komponiert ein Freund ein Musikstück, das kostenlos downloadbar sein wird. Dazu gibt es ein Mandala-Bild als Cover“.

Während Blasi den Dorfener Bürgermeister Heinz Grundner dafür begeistern konnte, am 1. März die Eröffnungsrede zu halten, ist noch nicht ganz sicher, ob die Hauptperson dabei sein kann. „Leider ist die Demenz bei Resi sehr weit fortgeschritten. Sie hat gute und schlechte Tage“. Das ist auch der Grund, warum die 59-jährige, die heute in einer Wohngruppe in Erding lebt, mittlerweile nicht mehr malt. „Es werden leider keine neuen Mandalas entstehen“, sagt Blasi, „daher möchte ich den Blick auf die lenken, die es gibt“.

Vorerst werden die Bilder nur am 1. März im Pfarrheim zu sehen sein, eine weitere Ausstellung schließt Blasi aber nicht aus. Sie hofft auf viele auf Gäste an dem Sonntag. „Wir freuen uns sehr über viele Spenden, die wir an die Lebenshilfe Erding weiterleiten“. (hd)

 

Sooft es geht, besucht Carolin Blasi (li.) ihre Tante Resi in der Wohngruppe in Erding. Mittlerweile erschwert die fortschreitende Demenz das Leben der 59-jährigen. Neue Mandalas entstehen nicht mehr. Foto: privat

Adresse:

Pfarrheim Grüntegernbach

Hans-Schöberl-Weg 4

84405 Dorfen-Grüntegernbach

Schreibe einen Kommentar