44 Aussteller bei den Energietagen im Isental: Bunte Regionalmesse mit den Schwerpunkten Energieversorgung und Nachhaltigkeit

Isen, 20. Juli 2026 – Wie kann die Energiewende in den Kommunen stattfinden? Das war die zentrale Fragestellung, zur der bei den „Energietagen im Isental“ eine Reihe von Antworten aufgezeigt wurden. „Es ist schön zu sehen, wie viele Aussteller und Mitwirkende sich für Energie, Klimaschutz und Nachhaltigkeit interessieren und engagieren“, sagte Isens Bürgermeisterin Irmgard Hibler bei der Eröffnung der zweitägigen Veranstaltung. Die Aktion lief im Rahmen der Bayerischen Energietage, die vom Team Energiewende Bayern unter dem Dach des Bayerischen Wirtschaftsministeriums initiiert wurde. Die Isener Ortschefin sieht in der Energiewende „weit mehr als eine technische Aufgabe“. Doch Ressourcen zu schonen und Energie effizient einzusetzen müsse nicht Verzicht bedeuten. „Es geht um Innovation, neue Chancen und regionale Wertschöpfung“. In der Region gebe es ein großes Potenzial. „Sonne, Wind, Biomasse und das Engagement der Menschen vor Ort bieten hervorragende Voraussetzungen, die Energiewende gemeinsam voranzubringen“, sagte Hibler. Dem stimmte Johannes Becher in seiner kurzen Begrüßungsrede zu. „Es sind alle Kompetenzen vorhanden“, so der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag. Es komme auch darauf an, einen gesunden Mix aus Energieträgern zu finden und sie nicht gegeneinander auszuspielen. Die Rolle der Politik müsse es sein, mitzuhelfen und nicht auszubremsen“.

Für die Organisation der Energietage in Isen war mit Unterstützung durch Rathaus-Mitarbeiterin Andrea Dymke der Bürgerenergie Isental e.V. zuständig und hier federführend Melanie Koxholt. Die Anfrage kam Ende letzten Jahres. „Irmgard Hibler meinte, dass sie doch genau unser Thema“, sagt Koxholt im Gespräch mit der Heimatzeitung. „Eigentlich hatten wir nur sehr wenig Zeit für zusätzliche Aufgaben, aber es kam schnell die Einsicht, `wenn nicht wir, wer sonst´“, erinnert sie sich. Eine schnelle Abfrage bei lokalen Unternehmen ergab, dass die Resonanz und das Interesse groß sind. „Dann haben wir Ideen entwickelt. Wir haben eine Energiemesse in einem anderen Landkreis besucht, aber die war uns zu baulastig. Für uns war schnell klar, dass wir interaktiver sein müssen“. Dank vieler Vereine wie dem OVV, LBV und dem BUND Erding, aber auch Lebensmittelerzeugern entstand ein buntes Familienprogramm mit vielen Mitmachaktionen. Dazu gehörte eine Entdecker-Tour durchs Isental mit weiterführenden Informationen an verschiedenen Stationen wie einer Wassermühle oder großen und kleinen Solaranlagen.

Insgesamt 44 Aussteller hatten Stände im und ums Rathaus, um den Marktplatz, dem Klementsaal und in der Münchner Straße aufgebaut. Dadurch wuchsen die Energietage zu einer gar nicht mal so kleinen Regionalmesse mit den Schwerpunkten Energieversorgung und Nachhaltigkeit im Vordergrund. Ergänzt wurde das Angebot durch fast zwei Dutzende Vorträge zu Energiethemen wie Photovoltaik und Elektromobilität. Die spielte auch im Außenbereich eine größere Rolle, denn hier wurden unter anderem Elektroautos, E-Bikes und Lademöglichkeiten demonstriert. Dass die Energietage im weiteren Umland für große Aufmerksamkeit sorgten, zeigte sich an den zahlreichen Besuchern, zu denen eine Reihe von Bürgermeistern aus dem Landkreis gehörten.

Besondere Beachtung fand ein Bühnengespräch am Samstagnachmittag im Klementsaal. Im Podium saßen der Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz als Wirtschafts- und Energiepolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, der Erdinger Landrat Martin Bayerstorfer, Christian Bürger als Referent für Erneuerbare Energien und nachwachsende Rohstoffe beim Bayerischen Bauernverband, Andreas Herschmann, Vorstandsvorsitzender der Bürgerenergie Pfaffenhofen und Karsten Borgmann, Vorstandsvorsitzender der Bürgerenergie Isen. Moderiert wurde die Runde von Xaver Pfab, Unternehmens- und Politikberater für E-Mobilität, Energie und Nachhaltigkeit. In dem gut eineinhalbstündigen Gespräch ging es um die aktuellen Herausforderungen der Energiewende. Einig waren sich die Gesprächspartner, dass besonders die Politik gefragt ist, die Weichen neu zu stellen und beispielsweise Bürokratie abzubauen – ob bei Netzausbau oder der Einspeisevergütung. Die Energieversorgung beispielsweise durch Wind oder Sonne regional in die Hand zu nehmen, behält, wie Landrat Bayerstorfer betont, nicht nur die Steuern in der Region, sondern schaffe wie Herschmann ergänzt, auch Arbeitsplätze.

Für Karsten Borgmann stellt sich die Frage “Bremse ich den Erzeugungsausbau ab, weil das Netz nicht da ist?“ Es wäre sein Wunsch, diesen Ausbau zu beschleunigen. „Das meine ich jetzt bewusst nicht parteipolitisch, da ist keiner gut oder schlecht. Es geht einfach nur darum, den richtigen Zielpunkt zu finden. Technisch würde das an vielen Stellen schon gehen“. (hd)

Bühnengespräch (v.l.): Xaver Pfab, Andreas Lenz, Andreas Herschmann, Martin Bayerstorfer, Christian Bürger, Kasten Borgmann

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