Mittbach-Liste setzt auf Weiterentwicklung mit Augenmaß
Isen, 28. Februar 2026 – „Es freut mich richtig, dass auch heute zu unserer letzten Veranstaltung so viele Leute gekommen sind“, sagte Martin Jell zur Begrüßung. Die Mittbach-Liste hatte ins Gasthaus Gipp nach Burgrain eingeladen, um ihre Kandidaten und das Wahlprogramm vorzustellen. Gekommen waren auch Vertreter anderer Listen, darunter CSU-Bürgermeisterkandidat Tobias Steiner. „Das ist mir wichtig, dass ihr da seid, wir alle haben uns das Ehrenamt und damit auch die Demokratie auf die Fahnen geschrieben“, so Jell. Er bedankte sich gleichzeitig für den bislang fairen Wahlkampf. „Das ist schön, dass das in Isen so läuft, da hören wir aus anderen Kommunen ganz andere Sachen“.
Einer der ersten Sätze im Wahlprogramm sei die Stärkung der Attraktivität der Marktgemeinde als Wohnort, Lebensmittelpunkt, Heimat und wirtschaftlicher Standort. „Das ist ein wunderbarer Satz, den man so richtig schön mit Ideen füllen kann“, so Jell. Aber es kommt dann die Frage „ja, wer soll das alles zahlen? Isen hat doch kein Geld“. Das stimme so nicht ganz. Man müsse bei einer klammen Kasse schauen, wo man sparen kann, welche Projekte erstmal aufgeschoben werden. Genau das hätten Gemeindeverwaltung und Gemeinderat auch gemacht. Dadurch habe man es geschafft, den Verpflichtungen nachzukommen und angefangene Projekte wie das Feuerwehrhaus Mittbach abzuschließen und die Schulsanierung fortzuführen. Da hätten sich auch die Gemeinderäte der Mittbach-Liste gut mit eingebracht.
Jell leitete weiter zu den sozialen Themen der unabhängigen Gruppierung. „Die Schule ist ein Standortvorteil, aber wir müssen sie mit Leben füllen“. Eine große Aufgabe sei, den Schulweg sicherer zu machen. „Dazu könnte auch gehören, die Bischof-Josef-Straße in eine Einbahnstraße zu verwandeln. Das würde viel Druck rausnehmen, da könnte man Parkplätze und eine Haltestelle schaffen“. Das wäre auch in Pemmering wichtig, wenn die Kinder aus dem neuen Baugebiet dazu kommen.
Der 50-jährige verwies darauf, regenerative Energien im Blick zu behalten und zu stärken. Darüber hinaus begrüße er es sehr, dass ein Verein am Ort wäre, der sich mit Bürgerbeteiligung um dieses Thema kümmere. „Das ist absolut lobenswert, das haben andere nicht“. Die Landwirtschaft habe man auch im Fokus. So wäre es denkbar, dass Landwirte mit ihren Maschinen den Bauhof unterstützen. „Das wäre für beiden Seiten ein Gewinn“.
Baugrund für Junge bereitzustellen sei ein großes Anliegen, um den Wegzug zu verhindern und Zuzug zu fördern. Das bringe auch Einnahmen bei der Einkommenssteuer und vielleicht auch bei der Gewerbesteuer.
Das sieht Lorenz Liebl (36), der zweite auf der Kandidaten-Liste, ähnlich, auch er plädiert für bezahlbaren Wohnraum. Das müsse kein riesiges Baugebiet sein, ein Grundstück reiche da schon. „Wir sollten gesund wachsen, nicht alles so sehr reinpflastern, dass die Leute nicht mehr in die Dorfgemeinschaft integriert werden können“. Die Vereine hat auch der Listen-Dritte, Sebastian Ziegler im Blick. Der 39-jährige mit 20 Jahren Berufserfahrung in der Kommunalverwaltung plädiert fürs Ehrenamt, ohne das auch in Isen „nicht viel passieren würde“.
Martin Jell warb um das Vertrauen der Wähler. „Ich finde, wir sind im Rathaus gut aufgestellt, ich möchte das nicht ändern, sondern weiterentwickeln“. Derzeit habe die Mittbach-Liste vier Vertreter im Gemeinderat, das seien 20 Prozent. Das entspricht der Verteilung der Einwohner“. Denn von den 4500 Isener Wählern kommen 899 aus Mittbach. „Aus den anderen Ortsteilen werden wir nicht viele Stimmen bekommen, also müssen wir uns selbst wählen. Ich bin sicher, dass wir wieder etwas Gutes zusammen bekommen“. (hd)

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Die letzte von drei Infoveranstaltungen der Mittbach-Liste im Gasthaus Gipp in Burgrain war gut besucht. Martin Jell, der auf Listenplatz eins der Gruppierung steht, stellte das Wahlprogramm vor.


































































































