Ellenator Autofahren ab 16 mit A1-Führerschein

Isen, 3. Januar 2018 – Vielleicht haben die einen oder anderen in Isen, Dorfen oder Erding schon den blauen Flitzer gesehen, bei dem man meint, dass die hinteren Reifen schweben. Dabei handelt es sich um ein spezielles Auto, das ab 16 Jahren mit dem A1 Führerschein (125ccm Motorrad-Führerschein) gefahren werden darf und durch die spezielle Bauart als Dreirad gilt. In diesem Fall wurde ein Fiat 500 zum Ellenator, wie das „schwebende“ Auto heißt, umgebaut.

Der Gesetzgeber erlaubt neben den 125-ccm-Motorrädern auch dreirädrige Fahrzeuge mit bis zu 20 PS. Um als Dreirad zu gelten, wird beim Fiat 500 die hintere Achse umgebaut und ein Doppelrad mit maximal 46 Zentimeter Abstand zwischen den Rädern (dann gilt es noch als Dreirad) eingebaut. Gleichzeitig müssen die Radkästen verkleidet werden, wodurch es zu dem besonderen Hingucker-Effekt kommt. 

Autofahren ab 16 Jahren mit dem Ellenator

Autofahren ab 16 Jahren mit dem Ellenator

 

Erfunden hat den Umbau die Firma Ellenrieder aus Kaufbeuren im Allgäu. (https://www.ellenator-gmbh.de) Seit 2015 gibt es diese speziellen Autos, mit denen die 16-Jährigen bereits fahren dürfen. Bisher gibt es rund 170 Stück in Deutschland und seit Herbst 2017 nun auch eines in Isen. 

Das Fahrzeug ist ideal, wenn die Möglichkeit zur Ausbildungsstätte zu kommen eingeschränkt ist, und sich der Arbeitsplatz im Umkreis von bis zu 50 Kilometer liegt. Leider passen oft die Arbeitsplätze und öffentlichen Verkehrsmittel in Isen nicht zusammen und mit dem Ellenator gibt es eine sichere und selbstständige Fahrt zum Ausbildungsplatz. Alternativ gibt es natürlich auch die Möglichkeit mit dem Motorrad oder Roller zur Arbeit zu kommen, aber vor allem bei herbstlichen- oder winterlichen Straßenverhältnissen ist das auch nicht gerade sicher. 

Beim Ellenator hingegen handelt es sich (bis auf den Umbau) um einen völlig normalen Fiat 500, der eben volle Sicherheit mit ABS, Klima und Airbags hat und zudem mit vier Personen gefahren werden darf. Mit den 20 PS und einer Person fährt das Auto im Schnitt 90 km/h und darf ohne Begleitperson ab 16 gefahren werden. Im Gegensatz zu den Moped-Autos, die auf 45 km/h und auf zwei Personen beschränkt sind, ist man mit dieser Geschwindigkeit auch kein Hindernis auf der Straße.

Beim Fahren selbst merkt man vom Umbau überhaupt nichts, auch bei der Straßenlage nicht. Also nicht kippelig oder so. Nur im Winter bei Schnee und Matsch gibt es eine kleine Einschränkung, da durch die in der Mitte angebrachten, hinteren Reifen, der Schmutz auf das Heck geworfen wird. Hier heißt es dann öfters als üblich das Auto am Heck zu waschen. Ein weiteres Manko ist der reduzierte Kofferraum, da hier durch die anderes angebrachten Räder weniger Platz als normal im Fiat 500 ist. Fährt man aber nicht mit 4 Personen (was zulässig ist), dann ist genügend Platz auf der Rückbank.

Ganz günstig ist der Spaß allerdings nicht, der Umbau kostet rund 4900 Euro und man benötigt noch einen Fiat 500, der nicht älter als zwei Jahre sein sollte. Ein Rückbau lohnt sich nicht, da die gleichen Kosten quasi noch einmal anfallen würden. Da der Bedarf an solchen Autos aber da ist, ist ein Verkauf an dann andere 16-Jährige (bzw. deren Eltern) dann am sinnvollsten. (kh)

Autofahren ab 16 mit dem Ellenator. Ansicht Heckpartie mit dem Umbau zum "Dreirad"

Autofahren ab 16 mit dem Ellenator. Ansicht Heckpartie mit dem Umbau zum „Dreirad“

 

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