„Sauberes Trinkwasser auf Jahrzehnte gesichert“


30. Juli 2019 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Nachrichten



Isen, 30. Juli 2019 – Passend zur Eröffnung der neuen Isener Trinkwasserversorgungsanlage an der Münchner Straße am vergangenen Samstag ließ es sich die Sonne nicht nehmen, mit nahezu voller Strahlkraft die Gäste zu bescheinen. Die Wärme weckte die Vorfreude auf eine Erfrischung im Inneren des Gebäudes, in dem etwa 15 Grad Celsius herrschten. Doch der Erfrischung voran ging die offizielle Eröffnung der Anlage durch Bürgermeister Siegfried Fischer und eine ökumenische Segnung durch die evangelische Pfarrerin Ruth Nun und den katholischen Pfarrer Josef Kriechbaumer. Fischer nutzte seine Ansprache, um allen vom Bau Betroffenen zu danken. Das waren nicht nur die bauausführenden Gewerke mit dem Ingenieurbüro Kienlein an der Spitze, sondern auch die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung und des Bauhofes. Der Bürgermeister dankte aber auch den Nachbarn der angrenzenden Grundstücke für ihre Geduld, die während der Arbeiten Lärm und Erschütterungen zur ertragen hatten.

Für Isen sei der Neubau der Anlage, die den Isenern nun auf Jahrzehnte sauberes Wasser als Lebensgrundlage sichert, das Ergebnis einer jahrelangen, sorgfältigen Planung. „Als Bürgermeister ist das mein letztes, großes Projekt. Ich bin stolz und zufrieden, dass wir es so gut zum Abschluss bringen konnten“, sagt Fischer. Dass die alte Anlage, die in Teilen um die Jahrhundertwende und aus den 1950-er Jahren stammt, erneuert werden muss, haben der Gemeinderat und er rechtzeitig erkannt und gehandelt.

Bernhard Wernthaler vom Ingenieurbüro Kienlein fasste die Eckdaten des Baus noch einmal zusammen: Im Jahr 2004 wurde nach einer Bauwerksuntersuchung der Sanierungsbedarf erkannt. Im Jahr 2015 bekam die Gemeinde das Wasserrecht für die Loipfinger Quellen und bereits Anfang 2016 ging es an die Vorentwurfsplanung. Nachdem der Gemeinderat im März 2016 Grünes Licht gab, kam das Vorhabens ins Rollen. Im Januar 20917 begann die Ausschreibung, im März 2017 war Baubeginn und schon im Oktober des gleichen Jahres konnte Richtfest gefeiert werden. Ab 2018 kam die Technik ins Gebäude, im August 2018 konnten die Isener wieder mit ihrem eigenen Wasser versorgt werden – während der Bauphase kam das kühle Nass von der Mittbachgruppe, es floss im Altwegring über einen Anbindeschacht ins Isener Netz ein. Im Oktober 2018 wurden dann schließlich noch die Außenanlagen in Angriff genommen.

13 Gewerke, so Wernthaler, waren am Bau beteiligt, die Handwerker kamen in den allermeisten Fällen aus der Region. Die Zusammenarbeit habe sehr gut funktioniert. Etwa 1,8 Millionen Euro brutto haben Gebäude und Technik zusammen gekostet, hinzu kommen noch Baunebenkosten in Höhe von etwa 20 Prozent. „Damit sind wir sogar noch acht Prozent unter dem geschätzten Rahmen geblieben“ stellt Wernthaler fest, auch die geplante Bauzeit wurde eingehalten. Etwa 3.500 Arbeitsstunden hätte allein das Ingenieurbüro dafür aufgewendet, man habe zudem 10.000 Kilometer mit dem Auto zurückgelegt.

Bei der Segnung durch die beiden Geistlichen wurden einige Fakten über Wasser genannt, die nachdenklich stimmen. Zum Beispiel, dass wir das Wasser bis ins Hausgeliefert bekommen, während es in ärmeren Ländern mühsam geholt werden muss. „Etwa 30 Liter kann eine Frau in Kenia tragen. Der Kanister muss dann einen ganzen Tag für die Großfamilie reichen, fürs Kochen, Waschen, Spülen und Trinken. In der Folge trinken die Menschen zu wenig, bekommen Kopfweh und gesundheitliche Probleme. Seit große Tanks für Regenwasser gebaut wurden, hat sich diese Situation verbessert, auch den Menschen dort geht es nun besser“, so Nun.

Jeder Isener zapft im Durchschnitt jeden Tag 123 Liter vom Hahn ab. „Wir müssen nicht sparen“, sagt auch Josef Kriechbaumer und erinnert an Gegenden in der Welt, wo ein Lebensmittelkonzern Wasser fördert und es den Einheimischen teuer zurückverkauft. Bürgermeister Fischer gibt zu bedenken, dass das billigste Mineralwasser im Supermarkt pro Liter 13 Cent kostet. Ein Liter Isener Wasser, das genausogut schmeckt, kostet mit 0,17 Cent pro Liter 75-mal weniger. „Und das liefern wir auch noch bis ins Haus.“

Davon, dass das Leitungswasser erfrischend ist, konnten die Festgäste gleich ausprobieren und sich an Trinkwasser erfrischen, das über einen Zapfhahn direkt aus dem Wasserhochbehälter kam.

 

Weitere interessante Fakten:

Versorgte Haushalte: ca. 1.050

Einwohner pro Haushalt: ca. 3,3

Durchschnittsverbrauch pro Tag: 438 Kubikmeter

Maximaler Tagesbedarf: 876 Kubikmeter

Durchschnittlicher Stundenverbrauch: 18 Liter pro Sekunde

Maximaler Stundenverbrauch: 76 Liter pro Sekunde

Verkaufte Jahreswassermenge: 160.000 Kubikmeter

Pro Sekunde kommen sechs bis sieben Liter Trinkwasser aus der Quelle in Loipfing

Es gibt zwei Edelstahlbehälter, jeder fasst 350 Kubikmeter frisches Trinkwasser

Nitratwert ist unter zehn Milligramm

Das Wasserwerk braucht in einem Jahr etwa 29.000 kWh Strom, etwa ein Drittel davon wird von einer Photovoltaikanlage auf dem Dach produziert. Die 36 Module auf einer 60 Quadratmeter großen Fläche erbringen eine Anlagenleistung von 9,9 kWp.

Die Stromerzeugung betrug im ersten Jahr ca. 12.600 kWh. Davon wurden ca. 8.000 kWh selbst verbraucht, der Rest ins Netz eingespeist. Durch die Anlage können jährlich 1.580 Euro an Stromkosten gespart werden. In ca. 7,5 Jahren hat sich die Photovoltaikanlage amortisiert.

(Text: Henry Dinger)
(Fotos: Henry Dinger/Klaus Hamal)

 

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