40. Todestag von Zeno Pfest gedacht

40. Todestag Zeno Pfest Ehrenbürger Isen
40. Todestag Zeno Pfest Ehrenbürger Isen


Isen, 1. August 2022 – Am vergangenen Sonntagabend wurde mit einer Feier im Heimatmuseum Isen dem 40. Todestag von Zeno Pfest gedacht. Franz Wenhardt, Leiter des Heimatmuseums, begrüßte im vollen Saal Bürgermeisterin Irmgard Hibler, den Ehrenbürger Franz Mittermaier, den Isener Schriftsteller Leonhard M. Seidl, die Sängerin Rosi Obermaier und die Sänger der Liedertafel Isen, bei der Zeno Pfest über 60 Jahre Mitglied und auch Dirigent war.
Wenhardt stellte den Gästen das Leben und Wirken des späteren Isener Ehrenbürgers und Träger des Bundesverdienstkreuzes vor. Wie der Museumleiter erklärte, war Pfest zu einer Zeit Lehrer an der Schule Isen, als die Schulklasse noch im Raum des Heimatmuseums war. Als Lehrer war er sehr respekteinflößend und soll die Schüler auch schon mal mit Kreide und Schlüsselbund beworfen haben, wenn sie unaufmerksam waren. Die laute Stimme von Pfest war vom damaligen Klassenzimmer bis zum Bäckerei Sattler zu hören. Aber er setzte sich auch stark für die Heimatkunde bei den Schülern ein. Beliebt waren seine Wanderausflüge, die mit der Heimatgeschichte verbunden waren. Pfest war auch Initiator des Isener Heimatmuseums, begleitete den Schulbau in der jetzigen Bischof-Josef-Straße – das ist heute das Raiffeisenbank-Gebäude und begleitete den Neubau der Schule am heutigen Standort Bräuanger.
Als Sportler war Pfest sehr erfolgreich und war viele Jahre süddeutscher Meister beim 100-Meter-Lauf, den er in elf Sekunden schaffte. Als Sänger half er beim Organisieren der Gausänger-Feste im Isental. Auch der Isener Marktbote hat seinen Namen von Pfest erhalten, der außerdem regelmäßig auf eigene Kosten Texte aus der Heimatgeschichte drucken ließ und an die Schüler verteilte.

Leonhard M. Seidl hatte Pfest vor seinem Tod Anfang der 80ziger Jahre in Isen noch getroffen, um seine Meinung und Rat zu seinem Theaterstück „Der Rote Hahn“ einzuholen. Aus diesem Treffen zitierte Seidl am Abend in einigen zum Schmunzeln anregenden Texten, wie Zeno Pfest persönlich als Mensch war. Im Rahmen der Recherche stieß Seidl jedoch auch auf kritische Punkte von Pfest. Er war NSDAP-Mitglied und wurde nach dem Krieg als Mitläufer zu einem Jahr Internierungslager verurteilt. Erst 1948 durfte er nach Verbüßen seiner Strafe wieder als Lehrer arbeiten. Seine beiden Töchter, die auch im betagten Alter sind, leben in Ulm und in der Nähe von Ingolstadt. Beide konnten zur Feier altersbedingt nicht anreisen. Pfest war zweimal verheiratet. Seite erste Frau verlor er bei der Geburt seines Sohnes, der ebenfalls bei der Geburt starb. Beide sind zusammen in Isen begraben. Er heiratete später die Schwester seiner ersten Frau, mit der er auch eine Tochter hatte.

Seidl begleitete Rosi Obermaier mit Gitarre, die als Solistin unter anderem auch Lieder aus der Hand von Leonhard M. Seidl vortrug. Die Liedertafel Isen, die Zeno Pfest viele Jahre geleitet hatte, begann ihren Auftritt mit dem Sängerlied „Klinge mein Lied“, das die Liedertafel bei jedem öffentlichen Auftritt als erstes singt und das ebenfalls Zeno Pfest komponiert hatte. Außerdem wurde das Burgrain-Lied aufgeführt, das bereits 1927 komponiert wurde und um das schöne Isental geht. Zum Abschluss trugen die Sänger das „Rosemarie“, bei dem das Publikum zum Mitsingen aufgefordert wurde. Es war ein Lieblingsstück von Pfest.

Auf jeden Fall war der Abend, trotz des parallel stattfindenden Fußball-EM-Finale der Damen gut besucht und gut gelungen. Im Heimatmuseum, das Franz Wendhardt mit Unterstützung eigens als Schulzimmer herrichten ließ und Original-Schulbank, Tafeln, und Schulranzen zeigt, kann man sich viele Infos über Zeno Pfest anschauen.

Geöffnet hat das Heimatmuseum an jedem zweiten Wochenende im Monat samstags von 14 bis 16 Uhr und sonntags von 10 bis 12 Uhr (Klaus Hamal)

 

 

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