Bürgerversammlung Isen – Rückblick und Ausblick, viele Investitionen geplant


2. Dezember 2019 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Nachrichten


Bürgerversammlung Isen 2019 - Foto. Henry Dinger

Isen, 3. Dezember 2019 – Zum letzten Mal hat Bürgermeister Siegfried Fischer heuer die Bürgerversammlungen in Isen und Pemmering geleitet. Nach 24 Amtsjahren stellt er sich nicht mehr zur Wahl – 2020 kommt also ein neuer Ortschef oder eine Ortschefin ans Ruder.

Wie immer hat Fischer bei der Versammlung einen Rückblick auf das vergangene Haushaltsjahr, den laufenden Haushalt, sowie die Planungen für die kommenden Jahre gegeben.

Etwas überraschend kam die Information, dass es ein neues Baugebiet an der südlichen Haager Straße geben wird. Hier entstehen ein weiterer Kindergarten, eine Wohnanlage für Menschen mit Behinderung (drei Gruppen mit jeweils acht Personen), ein Übungsraum für die Blaskapelle, sowie mehrgeschossige Wohnbauten (ausführlicher Bericht folgt).

Im Vorfeld der Bürgerversammlung hatten Isener Bürger zwei Anträge gestellt. Das waren zum einen Sonja Edelmann und Gustav Teuber, die sich für den Erhalt einer Weißdornhecke und eine Mirabellenbaumes am sogenannten Stolz-Gangl, das an ihr Grundstück angegrenzt, einsetzen. Das ist die Verbindung zwischen Altenheim und Ortskern, die laut eines Berichts im Marktblattl saniert werden. Aus Sicht der Antragsteller solle der Weg erhalten werden, wie er ist. Die alten Menschen im Seniorenheim würden ihn sowieso nicht nutzen können, da die meisten bettlägerig sind.

Für Bürgermeister Fischer sei das Anliegen, die Hecke nicht kaputtzumachen, nachvollziehbar. Das sei auch nicht beabsichtigt. Jedoch sei eine Verbesserung der Wegeführung unumgänglich. „Wege sind nämlich dazu da, Verbindungen herzustellen“, so Fischer, „deswegen bin ich einverstanden, wenn gesagt wird, die Alten im Pflegeheim sind so schwer pflegebedürftig, das sie das Wegerl nicht mehr nutzen können. Darum geht es nicht. Es geht darum, dass wir zu ihnen gehen können, sei es als Besucher, sei es als Pflegeperson oder sei es nur so, dass der Bürgerpark besser frequentiert wird, um wenigstens am Abend oder am Wochenende etwas mehr Abwechslung zu bieten.

Wir haben die Aufgabe und die Verantwortung, alles zu versuchen, um die Menschen dort unten Teilhaben zu lassen an unserem normalen Leben. Deshalb muss dieses Wegerl attraktiver und sicherer gemacht werden“. Fakt sei, dass das Wegerl nur mit sehr viel Salz halbwegs eisfrei gehalten werden kann, dass keine Wasserführung da ist, dass es wegen der Steigung nicht behindertengerecht ist und das es für Rollstuhlfahrer nur eine Verbindung vom Gries in den Markt hinein gibt, die behindertengerecht ist, nämlich die, die wir auch schon gebaut haben, am Rathaus entlang. Es geht als letztendlich nur darum Inklusion zu ermöglichen, eine Nutzerfreundlichkeit für das Stolz-Gassl herzustellen“. Rückenstärkung bekam der Ortschef von Marika Hiermann, die davon berichtete, wie mühsam sie einen Angehörigen im Rollstuhl vom Altenheim in den Ortskern brachte.

Der zweiten Antrag beschäftigte sich mit dem Autobahnzubringer ED 12 und der zunehmenden Lärmbelästung. Er war von der Familie Bork aus der Lengdorfer Straße. Sie wünscht sich Maßnahmen wie eine Geschwindigkeitsreduzierung, die Verlegung des Ortseingangs oder eine Verkehrsinsel, zudem seien die LKW von Schlagmann und zur Mülldeponie zu schnell unterwegs. „Der Antrag ist auch berechtigt“, sagte Fischer. Man habe bereits mit dem Straßenbauamt Kontakt aufgenommen, hier wird es einen Vor-Ort-Termin geben.
Eine Verlegung der Ortseinfahrt werde nicht gehen, denn da fehlt es am Bebauungszusammenhang. Fischer will aber einen Geschwindigkeitstrichter vorschlagen, der den Speed von 80 auf 70 und 50 drosselt. Dann müsse aber die Polizei auch kontrollieren. „Die Polizeiinspektion war uns da immer recht behilflich, das werden sie auch in diesem Falle sein. Ich kann Ihnen natürlich heute nicht sagen, wann geblitzt wird. Das weiß ich nämlich selber nicht“, so Fischer. Auch könne man sich überlegen, so der Bürgermeister, der kommunalen Verkehrsüberwachung beizutreten. „Jedenfalls nehmen wir die Sache sehr ernst“, sagt der Ortschef.

Zwei Bürger monierten in der Versammlung den Verkehrslärm in der Münchner Straße, vor allem schnell fahrende landwirtschaftliche Maschinen verursachen hier Krach. Das Tempo werde man nicht drosseln können, so Fischer. Er schlug private Lärmschutzwände vor. Außerdem wolle man mit dem Bauernverband, dem Ziegelwerk Schlagmann und der Deponie Kontakt aufnehmen, um an die Fahrer zu appellieren, mehr Rücksicht zu nehmen.

Das Ende der Versammlung nutzte Fischer, um in Hinblick auf seinen Rückzug in fünf Monaten Dank zu sagen. „Es war und es wird mir bis zuletzt eine Ehre sein, für Sie,die Bürgerinnen und Bürger, für diesen gar nicht hässlichen, sondern wunderschönen Markt Isen da zu sein, wenn Sie so wollen rund um die Uhr und das 24 Jahre lang. Sein Stür stand immer offen, ob im Büro oder zu Hause – egal, ob der Mensch Gummistiefel, oder Anzug und Krawatte anhatte. „Der Mensch und sein Problem hat es mir angetan, nicht sein Äußeres“, so Fischer.

Er habe immer sein Bestes gegeben, mit großer Unterstützung des Gemeinderates, der Verwaltung, des Bauhofes des Kindergartens und allen anderen der mittlerweile 60 Beschäftigten sowie seiner Familie. „Ich habe mich immer auch als Impulsgeber gesehen“, sagt Fischer, „gerade, was Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt betrifft“. Der Markt Isen war Pate beim Bauernmarkt, bei den Theatern in Burgrain, beim Leinenmarkt, beim Ferienprogramm. „Was wir als Markt Isen mit der Marktnacht ins Leben gerufen haben, wird heute, wegen meiner Sturheit auch erst nach längerer Pause  mit der langen Nacht der Musik durch ehrenamtliches Engagement fortgeführt. So soll es eigentlich sein“. Es sei eine schöne Zeit gewesen, aber nur sei er froh, frei von den riesigen Verantwortung zu sein und für alles und jeden da sein zu müssen und endlich zu tun „wonach mir der Sinn steht“. 

Er bedankte sich bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die ehrenamtlich tätig sind, bei den Vereinen, Vereinsvorständen und ihren Helfern für die Beiträge, die sie das Jahr über leisten zum Wohle der Marktgemeinde, bei den Feuerwehren und Ihren Kommandanten, bei der Schulleitung und beim Pfarrer. „Einen ganz besonderen Dank sage ich meinen beiden Stellvertretern, dem 2. Bürgermeisterin Eva Pfennnig und dem 3. Bürgermeisterin Hans Angermaier, die mich unterstützen, wann immer ich sie darum bitte. Ebenso die Referentinnen und Referenten.

Bei Maria Grasser für das Ferienprogramm. Ein Dankeschön auch allen anderen Kolleginnen und Kollegen des Marktgemeinderates für Engagement und Mitarbeit. Die Beschäftigten des Marktes Isen und vom Kinderland möchte ich nicht vergessen und ganz zuletzt, aber nicht minder herzlich, bedanke ich mich bei den Bürgerinnen und Bürgern, die fair und offen mit uns umgehen, die uns hin weisen auf Verbesserungsmöglichkeiten, auf Missstände und auch bei denen, die uns Lob aussprechen für Hilfsbereitschaft, Bürgernähe und Engagement. Nicht immer gelingt uns alles, deswegen sind wir ganz besonders dankbar dafür. Und ganz am Ende der heutigen Bürgerversammlung einen herzlichen Dank, Frau Steinkirchner und Frau Pettinger für die Präsentation sowie den Wirtsleuten für die Überlassung des Saales“. Die Anwesenden spendeten ihrem scheidenden Ortschef lang anhaltenden Beifall. (kh/hd)

 

Die wichtigsten Eckdaten zur Gemeinde Isen:
Einnahmen 2018 Verwaltungshaushalt rund 11,05 Mio. Euro

  • Gewerbesteuer 2,6 Mio. Euro
  • Einkommensteuerbeteiligung 3,9 Mio. Euro
  • Umsatzsteuer 230 TSD Euro
  • Grundsteuer 671 TSD Euro
  • Schlüsselzuweisung 1 Mio. Euro
  • Gebühren 1,4 Mio. Euro
  • Zuweisungen 1,1 Mio. Euro
  • Hundesteuer 12 TSD Euro

Ausgaben Verwaltungshaushalt 2018 rund 12,1 Mio. Euro

  • Personalkosten 2.208.321 €
  • Betriebsaufwand 2.271.554 €
  • Zuweisungen und Zuschüsse 1.616.205 €
  • Zinsausgaben 150.023 €
  • Gewerbesteuerumlage 535.309 €
  • Kreisumlage 2.688.977 €
  • Zuführung zum Vermögenshaushalt 2.691.565 €

 

Die Einwohnerzahl Isen stieg auf 5.833 Einwohner, inklusive Nebenwohnsitz auf 6.119 Einwohner
Ausländische Mitbürger sind davon 678. Das Durchschnittsalter beträgt 41,1 Jahre.

 

Bürgerversammlung 2019 im Klement Saal

Bürgerversammlung 2019 im Klement-Saal. Am Pult steht die Isenerin Sonja Edelmann, die ihren Antrag zum Erhalt einer Weißdornhecke und eines Mirabellenbaumes näher erläutert. Foto: Henry Dinger

 

Bürgerversammlung 2019 im Klement Saal

Bürgerversammlung 2019 im Klement Saal mit Bürgermeister Siegfried Fischer – Foto: Henry Dinger

Bürgerversammlung Isen 2019 - Foto. Henry Dinger

Bürgerversammlung Isen 2019 – Foto: Henry Dinger

 

 

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