Nahwärme Isen: Zehn Fragen – zehn Antworten

Isen, 11. Februar 2022 – Die RegioNahWärme GmbH will in den kommenden Jahren in Isen ein Nahwärmenetz knüpfen. Der erste große Wärme-Empfänger wird ab 2023 die Schule Isen sein. „Wir haben hier die Chance genutzt, die Schule nachhaltig und CO2-neutral zu beheizen“, sagt Bürgermeisterin Irmgard Hibler. „Die Versorgung durch umweltfreundlich und regional erzeugte Nahwärme bietet auch eine gewisse Unabhängigkeit vom Rest der Welt“. Für sie ist das geplante Netz „zukunfts- und ausbaufähig“. Den entsprechenden Vertrag mit der RegioNahWärme GmbH, die unter Führung von Markus Lohmaier, Andreas Strobl und Gerhard Fruth steht, hat die Gemeinde bereits im vergangenen Jahr besiegelt.
Darüber hinaus zeigt sich die Marktverwaltung auch aufgeschlossen gegenüber der Idee, weitere kommunale Gebäude anzuschließen – so wie beispielsweise die Mehrzweckhalle. Es käme dabei aber auf die Trassenführung an – wenn eine Leitung in der Nähe vorbeiführt, könne man sich natürlich anschließen, erklärt die Ortschefin.
Momentan sammelt Markus Lohmaier, einer der drei RegioNahWärme-Geschäftsführer, die Adressen von Interessenten. Etwa einhundert Hausbesitzer sind momentan bereits dabei. Ende März will er die letzten Erfassungsbögen entgegennehmen, dann startet die 1. Planungsphase. „Es geht dann zunächst um die Trassenplanung und die Berechnung der Wirtschaftlichkeit“, sagt Lohmaier. Sprich: Das Netz muss sich auf sinnvollen Wegen durch den Ort spannen. Für Lohmaier ist es dabei wichtig, dass der Erfassungsbogen, der entweder bei ihm angefordert oder von der Website https://xn--nahwrme-isen-jcb.de/ heruntergeladen werden kann, vor allem Angaben wie die Größe der Wohnfläche, das Baujahr des Hauses, den Energiestandard und den derzeitigen Heizöl- oder Gasverbrauch enthält. „Alle anderen Detailfragen können wir auch gemeinsam bei einer Hausbegehung klären“.
Viele Fragen zum Thema Nahwärme werden auf seiner Homepage bereits beantwortet. „Wer darüber hinaus etwas wissen möchte, kann mich gern unter 0173/9424520 anrufen, im Gespräch lässt sich vieles schnell und einfach klären“, so Lohmaier.
Die zehn wichtigen Fragen und Antworten, die immer wieder auftauchen, haben wir hier zusammengefasst.
 
1.)
Woher kommt und wie entsteht die Nahwärme für Isen?
 
Die Wärme entsteht in der Energiezentrale in Zieglstadl 2, 84424 Isen. Sie wird ausschließlich mit Hackschnitzeln erzeugt. Das Holz hat einen kurzen Weg – es stammt von Lieferanten aus der Region.
Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, besteht die Anlage aus mehreren Biomasse-Kesseln. Dadurch können nicht nur Spitzenzeiten abgefedert werden, sondern bei Wartungsarbeiten oder einer Havarie bleibt ein Kessel immer am Netz.
 
2.)
Kann jedes Haus in Isen angeschlossen werden?
 
Das mögliche Versorgungsgebiet zeigt eine Karte auf der Homepage. Wann der Anschluss erfolgen kann, ist allerdings davon abhängig, wie die Trassen verlaufen werden. Derzeit wird der Bedarf ermittelt, dann können die Bauabschnitte definiert werden. Zögern Sie nicht, uns bei Interesse an einem Nahwärmeanschluss – unabhängig von der Lage Ihres Gebäudes, Ihren Erfassungsbogen zukommen zu lassen.
 
3.)
Wie muss man sich den Trassenbau vorstellen?
 
Die Gemeinde hat der Gesellschaft die Genehmigung erteilt, die Rohre in die Straßen zu verlegen. Von dort aus zweigen die Hausanschlüsse ab. Die Erdarbeiten wird eine Tiefbaufirma übernehmen.
 
4.)
Kann ich mich auch zu einem späteren Zeitpunkt noch für den Anschluss meines Hauses entscheiden?
 
Generell schon. Allerdings fallen zu einem späteren Zeitpunkt höhere Kosten an, da wieder Tiefbauarbeiten nötig sind, deren Kosten jetzt auf viele Schultern verteilt werden. Es ist aber möglich, den Anschluss für eine geringere Hausanschlussgebühr zunächst nur bis in den Garten legen zu lassen und zu einem späteren Zeitpunkt dann die vorhandene Heizung durch den Fernwärmeanschluss zu ersetzen.
 
5.)
Was passiert in meinem Haus?
 
Die Wärmeleitung aus der Straße mündet in einem Pufferspeicher welcher als Übergabestation im bisherigen Heizraum verwendet wird. Diese ist meist nicht größer als die bestehende Heizungsanlage. Dort werden das bestehende Heizsystem des Hauses und der Warmwasserboiler angeschlossen. Das Wasser der Heizungsanlage wird von dem Kreislauf der Nahwärmeversorgung mittels Wärmetauscher getrennt. Das Nahwärme-Wasser gibt so nur seine Wärme an das Heizungswasser ab, ohne direkt mit diesem in Berührung zu kommen.
An Heizkörpern und Thermostaten ändert sich nichts. Der alte Öl- oder Gasheizkessel sowie Öltanks werden anschließend ausgebaut. Somit wird auch Platz im Heizraum frei.
 
6.)
Wie erfolgt die Abrechnung der Wärmelieferung?
 
Während des laufenden Jahres werden monatliche Abschlagszahlungen erhoben, die sich nach dem Verbrauch des Vorjahres richten. Die endgültige Abrechnung erfolgt zu Beginn des Folgejahres entsprechend dem tatsächlichen Verbrauch. Das Prinzip gleicht dem der Strom- und Wasserabrechnung.
 
7.)
Wie wird die verbrauchte Wärmemenge gemessen?
 
Jede Übergabestation enthält einen geeichten Wärme-Mengen-Zähler. Dessen Stand wird über ein Datennetzwerk an die Heizzentrale übermittelt. Als Kunde können Sie jederzeit Ihren Verbrauch über ein Onlineportal, E-Mail oder Post erfahren.
 
8.)
Was muss ich bei der Wartung der Anlage beachten?
 
Die für die Übergabestation notwendigen Wartungsarbeiten werden in der Regel einmal pro Jahr von einem durch die RegioNahWärme GmbH beauftragten Fachmann durchgeführt. Auf den Anschlussnehmer kommen keine weiteren Wartungskosten zu. Ganz im Gegensatz: Es entfallen sogar die Kosten für den Kaminkehrer, das Kehren des Kessels usw.
 
9.)
Was kosten mich Anschluss und Wartung?
 
Der Anschlusspreis kann erst konkret ermittelt werden, wenn bekannt ist, wie viele Anschlüsse es gibt. Je mehr sich anschließen lassen, desto günstiger wird der Preis für alle. Grob geschätzt muss man etwa 8.000 Euro für den Anschluss einplanen, dieser Wert kann sich aber noch nach oben oder unten verschieben. Wichtig zu wissen: Dank staatlicher Programme (z.B. Bundesförderung für effiziente Gebäude BEG) können bis zu 45 Prozent der entstehenden Kosten des Umbaus gefördert werden.
Hinzu kommt ein Grundpreis, in dem auch die Bereitstellung und Wartung der Übergabestation enthalten ist. Diese bleibt im Besitz der RegioNahWärme GmbH.
Der Verbrauch wird dann über den Arbeitspreis in kWh gemessen und exakt abgerechnet. Im Vergleich zu Öl oder Gas dürfte die Summe unterm Strich geringer ausfallen, da Kosten für Schornsteinfeger, Brennereinstellung, Kessel- und Tankreinigung nicht anfallen. Die Verbrauchskosten bleiben kalkulierbar, weil sich schwankende Öl- und Gas-Preise nicht auf die Nahwärme auswirken.
 
10.)
Was passiert, wenn sich die Isener RegioNahWärme GmbH auflöst?
 
Hier muss sich die RegioNahWärme GmbH an die Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Fernwärme (AVBFernwärmeV) halten und für einen Nachfolger sorgen.
 
Weitere Infos unter
und bei
Markus Lohmaier,
Thonbach 3
84424 Isen
Telefon: 0173 9424520
E-Mail: info@nahwärme-isen.de
(hd)
 

Ersten Kommentar schreiben

Antworten