Verkehrsbilanz 2016 für Oberbayern Nord: 80 Tote und mehr Unfälle


27. Februar 2017 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Nachrichten



Verkehrsbilanz 2016 für Oberbayern Nord: 80 Tote und mehr Unfälle
Ingolstadt, 27. Februar 2017 – Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord, zu dem auch der Landkreis Erding gehört, hat die Verkehrsunfallstatistik für 2016 herausgegeben. Wir bringen hier eine Kurzform der Statistik mit den wichtigsten Zahlen, in Klammern die Vergleichszahlen aus 2015:

Unfallentwicklung
Die Verkehrsunfallentwicklung des Jahres 2016 im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord zeigt eine leicht steigende Tendenz bei den Gesamtunfallzahlen. Es wurden 48.368 Verkehrsunfälle (46.531) des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord aufgenommen. Dieser Bereich umfasst die zehn Landkreise Erding, Freising, Ebersberg, Dachau, Starnberg, Landsberg a. Lech, Fürstenfeldbruck, Eichstätt, Pfaffenhofen a. d. Ilm, Neuburg-Schrobenhausen und die Stadt Ingolstadt.

Personenschaden
Bei 6.814 (6.639) Verkehrsunfällen entstand Personenschaden, wobei 8.923 (8.759) Personen verletzt wurden.

Getötete Personen
Im Jahr 2016 musste ein Anstieg der Zahl der Unfalltoten festgestellt werden. Wurden 2015 im Präsidialbereich 77 Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr getötet, waren es im Jahr 2016 80 Todesopfer. Der Anstieg um 3,9 % ist hierbei insbesondere auf die gestiegene Anzahl der Todesopfer bei den PKW- und den Kradfahrern zurückzuführen.

Innerorts/Außerorts
29.181 Verkehrsunfälle ereigneten sich innerorts, dabei wurden 19 Menschen getötet. Außerhalb geschlossener Ortschaften kamen bei 19.187 Verkehrsunfällen 61 Personen ums Leben.

Alkohol als Ursache
Bei 670 (560) Verkehrsunfällen war Alkoholgenuss unfallursächlich. Dies stellt einen Anstieg um 19,6 % dar. Bei diesen Unfällen wurden 384 (328) Personen verletzt. Neun (sieben) Menschen fanden dabei den Tod.

Drogen als Ursache
Die Unfälle unter Drogeneinfluss fielen von 50 auf 32 und bewegen sich damit weiterhin, verglichen mit den Alkoholunfällen, auf deutlich niedrigerem Niveau. Bei den 32 Unfällen wurden 26 (41) Personen verletzt, 3 Personen (2) wurden getötet.

Fahranfänger (18 bis 24 Jahre)
Die jungen Fahranfänger im Alter von 18 bis 24 Jahren waren an 4.641 Verkehrsunfällen (4.426) beteiligt. Dies stellt einen Anteil von 10,4 % an der Summe aller Unfälle dar. Dabei wurden 2.707 (2.507) Unfälle durch die jungen Fahrer verursacht.

18 (12) Menschen fanden bei den durch diese Altersgruppe verursachten Unfällen den Tod (22,5 % aller Getöteten). 13 (10) Getötete waren selbst junge Verkehrsteilnehmer. 2.019 (1.921) Personen wurden bei diesen Unfällen verletzt (22,6 % aller Verletzten). Diese Unfallzahlen zeigen erneut, dass die jungen Fahrer, die selbst nur etwa 8% der Bevölkerung stellen, überproportional an schweren Verkehrsunfällen beteiligt sind. Auch die Beteiligung von 24 % an den Geschwindigkeitsunfällen und 23,1 % an den Alkoholunfällen zeigt die verhängnisvolle Risikobereitschaft und die Unerfahrenheit der jungen Fahrer.

Senioren
Im Jahr 2016 wurden 3.926 (3.857) Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Senioren aufgenommen. Bei diesen Unfällen wurden 20 (20) Senioren getötet, bei den verletzten Senioren fiel die Zahl von 994 auf 964 (- 3 %).
2.601 (2.474) Unfälle wurden von Senioren verursacht. Bei diesen Unfällen verloren 20 (21) Menschen ihr Leben und 1.320 (1.329) Personen wurden verletzt.

Gurt- und Helmpflicht
10 der insgesamt 44 Todesopfer in PKW, LKW und Reisebus waren nachweislich nicht angegurtet. Dies entspricht einem Anteil von 22,7 %. Zwei getötete Kradfahrer trugen keinen Schutzhelm.

Motorradunfälle
Die Beteiligung der Motorradfahrer am Unfallgeschehen stieg von 825 auf 861. Dies entspricht einem Anstieg von 4,4 %. Dabei wurden 18 (12) Kradfahrer getötet. Die Zahl der getöteten Motorradfahrer stieg damit um 50 %. Waren es 2015 noch 149 Unfälle mit Toten und Schwerverletzten, bei denen die Kradfahrer schuldhaft beteiligt waren, lag diese Zahl 2016 bei 145 (- 2,6 %).  Bei diesen durch die Kradfahrer verursachten Unfällen wurden 11 (10) Menschen getötet.

Die häufigsten Unfallursachen bei Motorradunfällen waren erneut zu hohe Geschwindigkeit (18,6%), fehlender Sicherheitsabstand (15,6%) und Fehler beim Überholen (11,3%).

Schulwegunfälle
Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord ereigneten sich im Jahr 2016 insgesamt 87 Schulwegunfälle, 6 weniger als im Vorjahr. Daraus errechnet sich ein prozentualer Rückgang von 6,5%. Kein Schulkind (0) wurde im vergangenen Jahr auf dem Weg zur Schule getötet. 92 (99) Kinder wurden bei Schulwegunfällen verletzt, 7,1 % weniger als im Vorjahr. Etwa 46 % der Schulwegunfälle wurde von den Schulkindern selbst verursacht.

Fußgängerunfälle
Im Jahr 2016 ereigneten sich insgesamt 497 (467) Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Fußgängern. Dabei kamen 6 (12) Fußgänger ums Leben und 483 (442) wurden verletzt.

Radfahrunfälle
In diesem Bereich muss leider ein leichter Anstieg der Unfallzahlen verzeichnet werden: Gab es im Jahr 2015 noch 1.926 Verkehrsunfälle, an denen Radfahrer beteiligt waren, stieg die Zahl im Jahr 2016 auf 2.003, was einem Anstieg um 4 Prozent entspricht. Dabei wurden 6 (13) Radfahrer getötet, 1.838 (1.758) Radfahrer wurden bei diesen Unfällen verletzt. Etwa 61,8 % der Unfälle wurden von den Radfahrern selbst verursacht.

Der polizeilichen Prävention im Bereich der Elektroräder kommt künftig mehr Bedeutung zu. Wurden im Jahr 2015 noch 66 Verkehrsunfälle mit Pedelecs und E-Bikes registriert, waren dies im Jahr 2016 schon 103, was einer Steigerung um 56,1 % entspricht. Dabei wurden 4 (2) Menschen getötet und 105 (64) Personen verletzt. Von den 103 bei diesen Unfällen getöteten und verletzten Pedelec- und E-Bike-Fahrern trugen 72 (70 %) keinen Fahrradhelm.

Schwerverkehr
Im Jahr 2016 ereigneten sich 2.529 (2.468) Verkehrsunfälle, bei denen Schwerverkehrsfahrzeuge beteiligt waren. Dabei wurden 829 (848) Personen verletzt und 13 (18) getötet. Dies entspricht einem Anstieg der Unfallzahlen um 2,4 % mit 27,7 % weniger getöteten Personen.

Bei 1.802 Unfällen – 71,3 % der Fälle – war der Schwerverkehr der Verursacher, 6 (7) Menschen wurden bei diesen Unfällen getötet und 508 (520) wurden verletzt.

Bundesautobahnen*
Im Jahr 2016 wurden insgesamt 6.738 (6.244) Verkehrsunfälle auf den Bundesautobahnen im Bereich des PP Oberbayern Nord registriert. Dies entspricht einem Anstieg um 7,9 Prozent. Dabei verloren 14 Menschen ihr Leben, drei mehr als im Vorjahr. 156 (154) Personen wurden schwer verletzt, 1.412 (1.426) leicht verletzt. Die Beamten der Verkehrspolizeiinspektionen/Autobahnpolizeistation betreuen im hiesigen Bereich die Autobahnen A 8, A 9, A 92, A 93, A 94, A 96 und die A 99.

(*) Diese Unfallstatistik umfasst auch Verkehrsunfälle im Übertragungsbereich der BAB im Bereich des Polizeipräsidiums München

Landstraßen außerorts
Im Jahr 2016 wurden insgesamt 14.678 (14.573) Verkehrsunfälle auf Landstraßen außerorts registriert. Dies entspricht einem Anstieg um 0,7 Prozent. Dabei verloren 53 Menschen ihr Leben, 2 mehr als im Vorjahr. 3.098 (3.188) Personen wurden verletzt. Die Dienststellen des PP Oberbayern Nord haben die Landstraßen aus diesem Grund nicht nur im Rahmen der bayernweiten Aktionen im Zusammenhang mit dem „Blitzmarathon“, sondern auch im Zuge der verbandseigenen Verkehrssicherheitsaktionen unter Berücksichtigung individueller Schwerpunkte überwacht.

Unfallursachen
Hauptunfallursache Nummer 1 bei den registrierten Verkehrsunfällen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord bleibt nach wie vor Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren und beim Ein- und Anfahren (19,1%), gefolgt vom ungenügenden Sicherheitsabstand (13,7%). Als dritthäufigste Unfallursache wurde die Nichtbeachtung der Vorfahrt bzw. des Vorranges (12,3%) festgestellt.

Wildunfälle
Die Anzahl der Wildunfälle nimmt ein breites Spektrum im gesamten Unfallgeschehen im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord ein. Bei den Wildunfällen gab es im Präsidialbereich analog zur gesamtbayerischen Entwicklung (-2,7%) einen Rückgang um 1,4 % von 9.787 auf 9.652.

46 (62) dieser Unfälle waren Unfälle mit Personenschaden, dabei wurden eine (0) Person getötet und 50 (73) Personen verletzt, schwere Verletzungen erlitten 6 (15) Personen. 10 (17) dieser Unfälle waren schwerwiegende Unfälle mit Sachschaden und bei 9.596 (99,4%) aller Wildunfälle handelte es sich um Kleinunfälle.

Die Wildunfälle machen 20 % der Gesamtunfälle im Präsidiumsbereich aus. Wildunfälle ereignen sich im gesamten Jahresverlauf, die höchsten Zahlen gab es in den Monaten April, Mai, Juli sowie im Oktober 2016. Sie verteilen sich gleichmäßig auf alle Wochentage, wobei am Wochenende mangels Berufsverkehr etwa 13 Prozent weniger Unfälle aufgenommen werden. Vom Tagesverlauf gesehen konzentriert sich das Unfallgeschehen auf die Morgenstunden von 5 bis 7 Uhr und die Zeit von 21 Uhr bis Mitternacht. Die größte prozentuale Steigerung verzeichnet der Landkreis Erding mit 13,4 %, den größten Rückgang der Landkreis Pfaffenhofen mit 12,9 %. Etwa 77,1 % der Wildunfälle werden durch Rehwild verursacht, den prozentual größten Rückgang gab es mit 16 % bei den Wildunfällen mit Schwarzwild.

Falschfahrerstatistik*
Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord wurden im vergangenen Jahr 59 Falschfahrer auf Bundesautobahnen gemeldet. 10 männliche Falschfahrer konnten ermittelt werden. Keiner der ermittelten Falschfahrer war über 70 Jahre alt. Vier ermittelte Falschfahrer hatten einen Blutalkoholwert zwischen 0,7 und 2,1 Promille. Durch die Falschfahrer wurden zwei Verkehrsunfälle verursacht, bei denen glücklicherweise keine Personen getötet, jedoch drei Personen verletzt und vier Fahrzeuge beschädigt wurden. Es entstand Sachschaden in Höhe von 47.800 Euro. Ein Falschfahrer flüchtete von der Unfallstelle.

Die häufigsten Ausgangspunkte für Falschfahrten sind mit 47,5 % Autobahnanschlussstellen gefolgt von Tank- und Rastanlagen/ Parkplätzen mit 13,6 % und Autobahndreiecken und /-kreuzen mit 8,5 %.

(*) Diese Statistik umfasst auch Falschfahrermeldungen/ Verkehrsunfälle im Übertragungsbereich der BAB im Bereich des Polizeipräsidiums München

Geschwindigkeitsunfälle
Im Jahr 2016 zeigt sich bei den Geschwindigkeitsunfällen wieder ein Anstieg um 374 Unfälle (+16,7 %), die Zahl der bei diesen Unfällen getöteten Personen stieg von 23 auf 27 (+17,4%). Einen Schwerpunkt der künftigen Arbeit beim Thema Verkehrsüberwachung werden auch im kommenden Jahr die von besonders schweren Unfällen belasteten außerörtlichen Straßen stellen – ein erklärtes Ziel des bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms 2020 „Bayern mobil – Sicher ans Ziel“.

Insgesamt wurden im Jahr 2016 im Rahmen der Verkehrsüberwachung mit technischem Gerät 178.705 Verkehrsteilnehmer beanstandet. Davon lagen 93.250 im Anzeigenbereich und 85.455 wurden verwarnt.

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