Für 2019 steht viel bevor


21. Januar 2019 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Kultur,Nachrichten



Isen, 21. Januar 2019 – Zum traditionellen Neujahrsempfang hatten die Isener Gemeindeverwaltung und die Pfarreien Isen und Pemmering am 11. Januar in den Pfarrsaal eingeladen. Und auch heuer übernahmen jeweils PGR-Vorsitzende Irmgard Hibler, Pfarrer Josef Kriechbaumer und Bürgermeister Siegfried Fischer das Mikrofon, um Gedanken zum Rück- und Ausblick zu geben.

Bürgermeister Siegfried Fischer betonte in seiner Rede, dass das Jahr 2018 sehr erfolgreich Jahr gewesen sei. „Es kann sich sehen lassen, wenn man bedenkt, was wir unter schwierigen Bedingungen geleistet haben – Friedhofserweiterung, Hochbehälter, Kinderkrippe, Breitbandausbau, Mini-Club, Straßenbau und die Brücke in Burgrain“. Das bürgerliche Engagement sei auch im Jahr 2018 überragend gewesen und könne nicht hoch genug gewürdigt werden. Die Zusammenarbeit mit den Kirchgemeinden und Vereinen sei wie immer fleißig und engagiert gewesen und die Nachbarschaften in den meisten Fällen intakt.

Der Bürgermeister ließ aber nicht unerwähnt, dass das Niveau der politischen Auseinandersetzung während der Landtagswahl aus seiner Sicht teilweise beschämend war. „Die sogenannte Flüchtlingskrise wurde ausgelutscht, zweckentfremdet und missbraucht und von allen möglichen Rändern des politischen Spektrums noch ein paar Wählerstimmen zu ergattern. Geschadet hat’s der Demokratie und der politischen Glaubwürdigkeit.“

In Isen seien es die vermeintlichen Kleinigkeiten gewesen, die ihn zur Sorge veranlassen. Der Neef habe geschlossen, die Raiffeisenbank eine Filiale geworden, aus dem geplanten Hotel werde nichts mehr, die Wirtshäuser hätten es schwer und für die Gestaltung der Ortsmitte fehle das Geld.

Beinahe jede Woche sei man zuletzt aufgefordert gewesen, verzweifelte, von Obdachlosigkeit und Kündigung bedrohte Menschen unterzubringen. Die Verwaltung war gebeutelt von Personalwechseln, dadurch musste manch Dringliches hinten angestellt werden.

Zu den Sterbefällen der Gemeinde gehörten namhafte Personen wie der Altbürgermeister Lechner, der Pfarrer Zehetmaier, Ferdl Weiß aus Ernstbrunn (Partnergemeinde aus Österreich), der Wirt z’Pemmering und andere. Darunter auch unbekannte Menschen, für die eine würdige Sozialbestattung in anonymen Gräbern das letzte gewesen sei, was man tun konnte.

„Besonders nachdenklich machte mich der Volkstrauertag. Schon die Aufstellung der Vereine zum Kirchenzug wurde mit verständnislosem Blick von den Besucher des Lichterfestes bestaunt, die sichtlich keine Ahnung hatten, was das soll. Und danach noch der Kirchenbesuch. Obwohl der Gottesdienst feierlich ist, die Lieder schön und die Fahnenabordnungen prächtig, war die Kirche nur halb gefüllt. Sind wir wirklich schon so weit, dass wir unserer eigenen Geschichte nicht mehr gedenken wollen? Dass uns die mahnenden Worte des Bürgermeisters, des Michael Betz, des Herrn Pfarrer Kriechbaumer und des VdK nicht mehr erreichen?“

Für das Jahr 2019 stünde viel bevor, so Fischer. Bei den Baugebieten müsse man endlich vorankommen. Die Blaskapelle wartet auf eine Lösung für ihr Probenheim. Die digitalen Klassenzimmer sollen eingerichtet werden. Die Europawahl am Kreuzmarktsonntag stünde bevor und die Kommunalwahl müsse in Angriff genommen werden. Genau wie die Sanierung der Schule und der Kanäle. „Ich bin mir aber sicher, dass wir auch im neuen Jahr im Miteinander, im Zusammenleben unsere Menschlichkeit, unsere Hilfsbereitschaft und unseren Zusammenhalt zeigen und leben werden, so wie wir das in der Vergangenheit erwiesenermaßen mit Ihrer aller Hilfe getan haben.“

Als Beispiel nannte der Bürgermeister den Jungen Masoud. Er war einer der ersten Bürgerkriegsflüchtlingen aus Syrien, der in Isen Zuflucht gefunden hat. Er wurde vom Helferkreis betreut, hat Deutsch und Rechnen gelernt, beim Lechner eine Lehre als Installateur gemacht, hat in Isen geheiratet und lebt jetzt mit seiner schweizerischen Frau in der Schweiz. Die beiden haben ein Kind bekommen und Masoud hat eine Postkarte an den Bürgermeister geschickt. „Diese Karte ist an mich gerichtet, aber sie gehört mir nicht allein. Ich gebe sie Ihnen, sie gehört allen unseren Bürgerinnen und Bürgern, dem Herrn Pfarrer, ganz besonders dem Helferkreis, der Lydia Gritscher, die ihm eine Wohnung gegeben hat und dem Bernhard Lechner, der es mit ihm gewiss nicht immer leicht gehabt hat. Sie zeigt uns, welches Glück man mit Hilfsbereitschaft, Menschlichkeit und Zuwendung erreichen kann.“ Er wünsche sich, so Fischer, dass diese Menschlichkeit auch in diesem Jahr in der Gemeinde beherrschend ist.

Irmgard Hibler begrüßte die Gäste und dankte für ihr Engagement mit einem hezlichen „Vergelts Gott“. Sie bedauerte, dass man zwischenzeitlich von Altbürgermeister Hans-Edmund Lechner und Ruhestandspfarrer Thomas Zehetmaier Abschied nehmen musste.

Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende betonte, dass das Jahr 2018 von Wahlen geprägt war – von den Pfarrgemeinderatswahlen im Frühjahr und den Neuwahlen der Kirchenverwaltung im Herbst. Es sei oft kein leichtes Unterfangen, neue Kandidaten zu finden, „ein spontanes ’endlich fragt mich mal jemand´“ ist da eher selten zu hören“, so Hibler. Gott sei Dank habe man aber genügend Menschen gefunden, die sich in den kommenden vier Jahren beziehungsweise kommenden sechs Jahren in der Kirchenverwaltung ehrenamtlich zu engagieren. Ehrenamtliche – sei es kirchlichen oder politischen Gremien sowie in zahlreichen Vereinen – bestimmen wesentlich, was das Jahr so bietet. „Staad wäre es, wenn es die vielen unentgeltlich geleisteten Stunden nicht gäbe. Manche Feste und Veranstaltungen könnten nicht stattfinden, wenn nicht eine ganze Mannschaft an Vereinsmitgliedern dahinter stehen würde.“

Irmgard Hibler erinnerte aber auch daran, dass es Schattenseiten gibt, die überwunden werden müssen. Man soll auch an diejenigen denken, die schwere Schicksalsschläge verkraften mussten oder an Schwester Eva Rosenhuber, die eine wertvolle Arbeit im Kongo leistet. Bei ihrem Besuch Ende Oktober 2018 kamen immerhin 30.000 Euro an Spenden für eine dringend notwendige Erweiterung der Stromversorgung in einem Krankenhaus zusammen. Gerade jetzt, so Hibler abschließend, sei es in einer Zeit, in der die Gesellschaft immer schnelllebiger werde, wichtig, den Alltag zu entschleunigen. „Manchmal sind es die einfachen Dinge, ein nettes Lächeln oder ein nettes Gespräch, die so viel bewegen“.

Pfarrer Josef Kriechbaumer konnte von dem Erfolg berichten, dass etwa 90 Ministranten als Sternsinger vom Pfarrverband unterwegs waren, die für Projekte in Peru, etwa 17.000 Euro sammelten. „Vielen Dank dafür. Der Blick auf Menschen in anderen Ländern weitet unseren Horizont.“

Der Pfarrer ging auf eine Tauferinnerungsfeier für Eltern und Kinder des Jahres 2017 im Pfarrheim ein. Sie fand erstmalig statt, ein Viertel der Eingeladenen konnten willkommen geheißen werden. Kriechbaumer erzählte aber auch von Rückschlägen. Im kirchlichen Kindergarten St. Zeno sollte ein Speiseraum eingerichtet werden. Deshalb wurde dem Jogi gekündigt. Aus den veranschlagten, wenigen 10.000 Euro wurden in der Planung allerdings schnell 300.000 Euro. Dieses Geld hatten allerdings weder die Pfarrei noch die Marktgemeinde Isen und auch nicht das Ordinariat. Da alle Kinder im Herbst 2018 einen Betreuungsplatz gefunden haben, bleibt das ehemalige Jogi erstmal leer stehen.

Der Pfarrer verlieh seiner Freude Ausdruck, dass viele Kinder und Jugendliche nach der Erstkommunion den Dienst als Ministranten beginnen. „Von den umliegenden Vereinen werden wir für unsere 150 Minis oft beneidet.“ Fürs kommende Jahr kündigte der Geistliche drei große Feste an. Ende März 100 Jahre Krieger- und Soldatenverein Pemmering, das 150jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Isen und später das Fest 150 Jahre Liedertafel Isen.

Josef Kriechbaumer erinnerte daran, dass im vergangenen Jahr der Gemeindefriedhof nach Süden hin erweitert wurde und dort neue Sitzbereiche, Urnenstelen und ein Kreuz entstand. Leider hieß es zur Zeit allerdings Lebensgefahr im Isener Kirchenfriedhof. Wegen der großen Anzahl lockerer Grabsteine sei der Friedhof derzeit nur eingeschränkt nutzbar für die Angehörigen. Erst im Frühjahr können die Steinmetze mit den Reparaturen beginnen. (Henry Dinger)

 

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