Glasfaserausbau Isen: Was Sie wissen sollten


21. März 2019 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Nachrichten,Vermischtes



Isen, 22. März 2019 – Noch bis zum 8. April läuft die Nachfragebündelung der Deutschen Glasfaser in Isen. An diesem Tag entscheidet sich, ob die Deutsche Glasfaser den Netzausbau in Isen und Burgrain übernimmt, oder nicht. Noch fehlen 19 der erforderlichen 40 Prozent. Zwar hat die Deutsche Glasfaser nicht nur ein Informationsbüro in der Marktgemeinde eingerichtet, sondern auch zusätzlich Informationsabende und eine Familien-Glasfasertag am vergangenen Samstag angeboten (unser Foto). Vielleicht zweifelt der ein oder andere noch, vielleicht gibt es noch Fragen. Wir haben mit Projektleiter Bernard Peterander über wichtige Themen gesprochen und auch nochmal im Rathaus bei Bürgermeister Siegfried Fischer nachgefragt.

IsenInfos: Was müssen wir zur Verkabelung im Haus wissen?

Bernard Peterander: Meistens gehen wir vom Gehweg unterirdisch durch Ihren Vorgarten, durch die Hauswand (mittels eines kleinen Kopfloches) in Ihren Keller und setzen dort den Hausübergabepunkt. Als Verbindung zwischen diesem Hausübergabepunkt – sozusagen der hausinterne Verteiler – bieten wir eine kostenlose Verlegung eines 20-Meter-Glasfaser-Patchkabels, sofern geeignete Leerrohre oder Kabelschächte vorhanden sind. Das alte Telefonkabel kann meistens beibehalten werden, sodass Sie nach den zwei Jahren Mindestvertragslaufzeit bei uns wieder zu Ihrem alten Anbieter zurückgehen könnten.

Wie Sie den Hausanschluss genau gebaut haben wollen, besprechen Sie vorab bei der Hausbegehung. Dabei können besondere bauliche Wünsche besprochen werden. Die Details hierzu werden in einem Protokoll festgehalten. Übrigens, sollten Sie sich tatsächlich bei der Begehung nicht einigen können, ist der Vertrag hinfällig und es entstehen Ihnen keinerlei Kosten. Das ist allerdings bisher in Bayern noch nicht vorgekommen.

IsenInfos: Wer ist die Deutsche Glasfaser? Was passiert, wenn die Firma pleite geht? Ist die Glasfaserleitung dann noch nutzbar?

Bernard Peterander: Unsere im Jahr 2011 gegründete Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser hat ihren Ursprung in der niederländischen Investmentgesellschaft Reggeborgh. Reggefiber ist mit ca. 2,5 Millionen Glasfaseranschlüssen der größte FTTH-Betreiber in den Niederlanden. Mit einem Investitionsvolumen von 1,5 Mrd. Euro unseres Investors KKR sind wir stark aufgestellt. Seit 2018 sind wir mit über 600.000 Kunden auch Marktführer der FTTH-Branche in Deutschland. Unser Businessplan besteht hauptsächlich daraus, echte FTTH-Glasfasernetze eigenwirtschaftlich, also ohne Förder- oder Kommunalgelder, im ländlichen Bereich zu planen, zu bauen und zu betreiben.

Deutsche Glasfaser wird nicht „pleite“ gehen. Unser Erfolg hat sich inzwischen bei allen großen Anbietern herumgesprochen. Es haben angeblich bereits andere große Telekommunikationsunternehmen Interesse an uns. Jedenfalls werden Ihnen niemals nachträglich irgendwelche Kosten entstehen. Niemals wird jemand die bereits gebauten Netze wieder zurückbauen. Ihren kostenlosen Hausanschluss werden Sie immer weiterhin nutzen können. Deutsche Glasfaser baut offene Netze, auf denen sich auch andere Anbieter einmieten können.

IsenInfos: Wie garantiert ist die Geschwindigkeit? Bei der Telekom heißt es „bis zu….“

Bernard Peterander: Wir garantieren, dass bei uns gemäß Leistungsbeschreibung die volle gebuchte Leistung beim Router ankommt.

IsenInfos: Wie läuft das mit analogen Geräten wie einem Faxgerät?

Bernard Peterander: Analoge Geräte können wie bisher auch über einen geeigneten Router genutzt werden.

IsenInfos: Wie lange wird ca. die Bauphase dauern?

Bernard Peterander: Wir rechnen ab Ende der Nachfragebündelung in der Regel mit ca. einem halben Jahr Planungsphase und anschließend ca. 1,5 Jahre bis alle Anschlüsse aktiviert sind. Die Dauer ist natürlich auch immer von der Größe des Ortes, der Beschaffenheit der Wege damit beispielsweise auch der Verfügbarkeit von Asphalt zur Oberflächenwiederherstellung oder der Minusgrade im Winter abhängig. D.h. wenn ca. Ende April feststeht, dass wir in Isen und Burgrain die 40 Prozent geschafft haben, könnten die letzten Anschlussaktivierungen Frühjahr/Sommer 2021 stattfinden.

IsenInfos: Wenn sich in Isen nicht genügend Teilnehmer finden, wird dann die Telekom Glasfaser legen?

Bernard Peterander: Wenn die Beteiligung zu schlecht ist, wird vermutlich kein anderer Anbieter, auch nicht die Telekom, kommen und noch einmal versuchen, genügend Teilnehmer für den Ausbau einer komplett neuen Infrastruktur zu gewinnen. Schon gar nicht mit kostenlosen Hausanschlüssen. Bei der Telekom kann man gegen Bezahlung der Baukosten nur in Neubaugebieten FTTH bekommen. Angeblich werden beim bestehenden „Kupfer“-Telekommunikationsnetz keine FTTH-Anschlüsse eigenwirtschaftlich gebaut.

IsenInfos: Wie viele Abschlüsse gibt es in Isen bereits?

Bernard Peterander: Derzeit sind wir bei ca. 21 Prozent. Es ist alles noch drin, aber alle, die ein echtes FTTH-Netz in Isen/Burgrain wollen, müssen zusammenhelfen, damit wir die fehlenden 19 Prozent noch schaffen. Bitte reden Sie mit Ihren Freunden, Bekannten und Nachbarn. Schicken Sie bitte die Zweifler zu uns und informieren Sie uns bitte über Falschinformationen oder ähnliches im Ort.

IsenInfos: Wird der ganze Ort aufgerissen?

Bernard Peterander: In der Regel sind wir in einem Ort mit mehreren Bauteams vor Ort. Wir öffnen nur die Wegstrecke, die wir am selben Tag auch wieder verschließen können und nutzen (in Abstimmung mit der Gemeinde) auch bereits verlegte Leerrohre, um großflächige offene Baustellen weitestgehend vermeiden zu können.

IsenInfos: Muss der Mieter oder der Hausbesitzer einen Vertrag abschließen?

Bernard Peterander: Der Mieter muss selbst abschließen. Er braucht nur das Einverständnis seines Vermieters. Sollte der Mieter keinen Vertrag abschließen wollen, lohnt es sich für den Vermieter hier gemeinsam mit seinem Mieter eine Lösung zu finden. Der Vermieter hat den Vorteil, dass sein Haus durch den Anschluss aufgewertet wird und er sich die Baukosten für den Hausanschluss spart.

IsenInfos: Stimmt es, dass FTTH-Bauweise umweltfreundlicher ist?

Bernard Peterander: Ja, das stimmt. Nicht nur, dass viel weniger elektromagnetische Strahlung entsteht, auch der Stromverbrauch ist wesentlich geringer. Die Verteiler des bisherigen „Kupfernetzes“ müssen im Winter beheizt und im Sommer gekühlt werden. Professor Dr. Stephan Breide von der FH Meschede hat berechnet, dass man sich im Vergleich ca. zwei Atomkraftwerke sparen könnte, wenn ganz Deutschland mit FTTH ausgebaut würde. Außerdem würde sich der Straßenverkehr reduzieren, da mehr Leute im Homeoffice, also zu Hause am PC arbeiten könnten.

IsenInfos: Kann es zu Problemen bei der Umstellung kommen und muss man als Kunde evtl. doppelt bezahlen?

Bernard Peterander: Natürlich nicht. Dadurch dass Sie in ein zweites neues Telekommunikationsnetz wechseln, können keine Probleme bei der Umstellung entstehen. Unser Netz ist bereits aktiviert, wenn Ihr alter Vertrag abläuft. Entweder Sie mieten einen bereits vorkonfigurierten Router von uns, dann müssen Sie nur noch Ihr Telefon umstecken oder Sie konfigurieren Ihren kompatiblen Router entsprechend unserer Vorgaben.

Bzgl. der Kosten: Sollte Ihr Altvertrag noch laufen und wir Ihren Anschluss bereits aktiviert haben, können Sie bereits unser schnelles Internet nutzen. Die Grundgebühr von 24,99 Euro brauchen Sie bis zu maximal 12 Monaten, also bis Ihr Altvertrag ausläuft, NICHT bezahlen.

IsenInfos: Herr Peterander, wir danken für das Gespräch.

 

Bürgermeister Fischer: „Gelegenheit beim Schopfe packen!“

In Sachen Nachfragebündelung haben wir nochmals im Rathaus nachgefragt. Isens Bürgermeister Siegfried Fischer hatte sich bereits im Januar in einem persönlichen Brief an die Isener gewandt. „Wenn in unsere Gemeinde die Breitbandversorgung optimiert werden soll, dann sollten wir jetzt die Chance ergreifen“, schrieb Fischer vor wenigen Wochen. Nun, kurz vor Ende der Nachfragebündelung am 8. April, wird er nochmals deutlicher: „Diese Gelegenheit bekommen wir nur einmal. Wir sollten sie wirklich beim Schopfe packen“. Fischer wies nochmal darauf hin, dass die Gemeinde vom privatwirtschaftlichen Ausbau des Netzes profitiert, da hier keine Investitionen zu stemmen sind. Der Bürgermeister machte, wie auch in seinem Brief, nochmals deutlich, dass „Telekommunikation als Medium der Existenzvorsorge gilt und zwischenzeitlich fast so wichtig ist, wie funktionierende Strom- und Wassernetze“. Gleichzeitig wies der Ortschef darauf hin, dass diese Gelegenheit vermutlich so schnell nicht wiederkommt. Jeder Einzelne soll seine Entscheidung gut überdenken. „Da sollte sich nicht einer auf den anderen verlassen“, so Fischer.

(kh/hd)

 

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